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Vitamin D – Grundlagen

Vitamin D


Warum ist Vitamin D so wichtig?

Vitamin D zählt einerseits neben Vitamin A, E und K zu den fettlöslichen Vitaminen, wird aber heutzutage aufgrund neuerer Erkenntnisse eher als Hormon eingestuft. Der Grund dafür ist der Umstand, dass Vitamin D im Gegensatz zu den „anderen“ Vitaminen vom Körper selbst über UV-B-Strahlung synthetisiert wird, während seine Funktionen eine Verwandtschaft mit Steroidhormonen aufweisen.

Bis in den 1970er Jahren war Vitamin D nur für den Knochenstoffwechsel bekannt, was sich aber 1971 mit der Entdeckung der aktiven Form des Vitamin D, dem Calcitriol durch Dr. Holick, vermutlich der führende Vitamin D-Forscher bis zum heutigen Tage änderte (1,2). Vier Jahre später wurden die ersten Vitamin D-Rezeptoren (VDR) in verschiedenen Zellen gefunden (3). Inzwischen sind Vitamin D-Rezeptoren in beinahe allen Zellen nachgewiesen worden.

Praktisch alle unsere Zellen verfügen über einen Vitamin D-Rezeptor, eine Art Schleuse, die dafür sorgt, dass das Vitamin D in seiner wirksamen Form in die Zellkerne gelangt und dort seine steuernde und regulierende Wirkung ausüben kann.

Vitamin D ist eine Substanz, die der menschliche Körper an vielen Stellen und zu vielen Zwecken braucht, so verfügen nahezu alle Körperzellen über Vitamin D-Rezeptoren.

Es spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulation zahlreicher Prozesse wie bei der Knochen- und Muskelerhaltung durch die Regulation des Kalzium- und Phosphor, bei der Steuerung und der Teilung von Zellen, im Immunsystem und bei verschiedenen Aufgaben des Gehirns.

Über mehr gesundheitlichen Aspekte des Sonnenvitamins dürfen wir an dieser Stelle nicht aufklären. Es sind jedoch zahlreiche gut fundierte Informationen mittels Schlagwortsuche in Google auffindbar.

Vitamin D

Warum ist Vitamin D-Mangel so weit verbreitet

Wir empfangen viel Gutes von der Sonne – und bei übermäßigem Genuss auch Schlechtes. Ein wichtiger Teil der “guten Sonne” ist das Sonnenschein-Vitamin D. Es wird durch die UV-B-Strahlen der Sonne oder einer Sonnenbank mit UV-B-Anteilen im Licht, im Körper selbst aus Cholesterol gebildet.

In Deutschland und Österreich ist von Oktober bis März keine Vitamin D-Produktion durch die UV-Exposition der Sonne möglich, weil die Sonneneinstrahlung zu flach auf die Erdoberfläche bzw. die menschliche Haut auftrifft und daher der wirksame UV-B-Anteil durch den längeren Weg durch die Atmosphäre absorbiert wird. Dieser Umstand wurde bereits 1988 durch ein amerikanisches Forscherteam mittels Messungen am 52. Breitengrad, an dem sich auch Berlin befindet, nachgewiesen (1).

Doch auch von Anfang April bis Ende September kann Vitamin D nur in einem max. Zeitfenster von 11 bis 15 Uhr (Hochsommer) auf der Haut synthetisiert werden. Je weiter man sich auf der Zeitachse vom Sonnenhöchststand (21. Juni) entfernt, desto geringer wird dieses Zeit Fenster sowie die Intensität der durchdringenden UV-B-Strahlung und schließt sich Oktober bzw. März gänzlich. So kann in den Monaten April und September beispielsweise nur noch in der Mittagssonne ein wenig Vitamin D durch Sonnenexposition getankt werden.

Durch die moderne Entwicklung der Städte, der Büroarbeit, des Smogs und neuerdings auch der Verlagerung von Freizeitaktivitäten in geschlossene Räume, kann die Sonne ihren von der Natur gegebenen Auftrag nicht mehr ausreichend erfüllen: Die Menschen, z.B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz, leiden in weiten Teilen an einem Vitamin D-Mangel. Jugendliche und Senioren stellen eine besondere Risikogruppe dar.

Wie hoch sollte der Vitamin D-Wert sein?

Eine seriöse Vorgehensweise für die Festlegung eines regelrechten Vitamin D-Spiegels, ist die Dokumentation des Vitamin D-Gegenspielers namens Parathormon (PTH), das wie das Vitamin D für den Kalziumstoffwechsel im Blut zuständig ist. Sinkt der Vitamin D-Spiegel im Blut ab und ist damit die Kalziumaufnahme aus dem Darm nicht mehr sichergestellt, steigt kompensatorisch das Parathormon im Serum an, wodurch vermehrt Calcium aus den Knochen mobilisiert wird.

Die niedrigsten Parathormonwerte im unteren Drittel des Refernzbereiches, finden sich bei Vitamin D-Werten von > 40 ng/ml, wie Ginde et al. bereits 2012 nachweisen konnte (2).

Im Jahr 2011 haben in Hamburg Osteologen ebenfalls einen eindrucksvollen Nachweis für die physiologische Untergrenze des Sonnenhormons im Blut geführt (3). Mittels Knochenbiopsien konnten sie zeigen, dass unterhalb von 30 ng/ml die Verkalkung des neu gebildeten Osteoids im Knochen nicht mehr gewährleistet ist. Dadurch entsteht eine Osteomalazie, die im kindlichen Alter als Rachitis bezeichnet wird und seit der Einführung der generellen Vitamin D-Supplementation bei Säuglingen dadurch weitestgehend verschwunden ist.

Dies sind nur 2 von zahlreichen Argumenten, die sich für einen neuen Vitamin D-Mangelgrenzwert von 30 ng/ml anstatt der bisher oft genannten 20 ng/ml aussprechen. Wir schließen uns den internationalen Vitamin D-Forschern an und gehen im Folgenden von einem Vitamin D-Mangelgrenzwert von 30 ng/ml aus, während ein optimaler Vitamin D natürlich deutlicher höher anzusetzen ist.

Eine Publikation des Robert Koch Instituts (RKI) aus dem Jahr 2015 zeigt die Verschiebung der großen Mehrzahl der Werte in den Bereich des Vitamin D-Mangels (4). Legt man den Referenzwert von 30 ng/ml an diese Ergebnisse an, so weisen im Zeitraum von 2008-2011 lediglich knapp 12% der repräsentativ ausgewählten erwachsenen Bürger in Deutschland einen regelrechten Vitamin D-Spiegel, von über 30 ng/ml auf.

Vitamin D Mangel Diagramm

Quellennnachweis: 

  1. Webb, A. R., Kline, L., & Holick, M. F. (1988). Influence of Season and Latitude on the Cutaneous Synthesis of Vitamin D3: Exposure to Winter Sunlight in Boston and Edmonton Will Not Promote Vitamin D3Synthesis in Human Skin*The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism67(2), 373–378. doi: 10.1210/jcem-67-2-373
  2. Ginde, A. A., Wolfe, P., Camargo, C. A., & Schwartz, R. S. (2012, January). Defining vitamin D status by secondary hyperparathyroidism in the U.S. population. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21606669.
  3. Domarus, Christoph von; Brown, Jonathan; Barvencik, Florian; Amling, Michael; Pogoda, Pia (2011): How much vitamin D do we need for skeletal health? In: Clinical orthopaedics and related research 469 (11), S. 3127–3133.
  4. Rabenberg, Martina; Scheidt-Nave, Christa; Busch, Markus A.; Rieckmann, Nina; Hintzpeter, Birte; Mensink, Gert B. M. (2015): Vitamin D status among adults in Germany–results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). In: BMC public health 15, S. 641. DOI: 10.1186/s12889-015-2016-7.